Zusammenführung

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Grundsätzlich ist es bei Katzen genau wie bei uns Menschen: Es gibt welche die wir sympathisch und welche die wir nicht sympathisch finden. Das heißt, selbst wenn man eine Katze zu Hause hat, die sich sonst immer mit anderen Katzen verstanden hat, kann es durchaus sein, dass sie den Neuankömmling, den die Dosis ausgesucht haben, nicht mag.


Deshalb sollte man, BEVOR man sich überhaupt mit dem Gedanken befasst eine zweite (oder dritte oder vierte) Katze aufzunehmen, einiges beachten:

Wenn die eigene Katze schon jahrelang alleiniger Herrscher ihrer Dosis ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine weitere Fellnase in ihrem Wohnungsumfeld akzeptiert, eher gering. Hier muss man also genau abwägen, ob man es wirklich mit einer weiteren Katze versuchen möchte. Die Ausnahme hier wäre natürlich, wenn man genau weiß, dass sich die Katze mit der anderen verträgt (z. B. weil des die Nachbarkatze ist, die ohnehin zu Besuch kommt oder eine Katze aus der Pension, mit der die Fellnase Freundschaft geschlossen hat).

Der Idealfall wäre natürlich, dass man von Anfang an gleich 2 Fellnasen, die sich bereits kennen, zusammen aufnimmt. Es gibt auch bei Züchtern durchaus Geschwister oder im Tierheim Kumpels, die sich dort kennen und lieben gelernt haben. Hier weiß man natürlich von Anfang an, dass diese sich kennen und verstehen.

Wenn man bisher 2 Katzen hatte und eine davon ist verstorben, sollte man die andere Katze erstmal ein bis zwei Wochen beobachten. Viele Katzen trauen sehr stark. Dann ist es natürlich sinnvoll, ihr schnell einen neuen Artgenossen zu besorgen, damit sie auch schnell über diese Trauerphase hinweg kommen. Es gibt jedoch auch Katzen, die dann allein regelrecht aufblühen, sobald sie ihr Revier ganz für sich allein haben. Dann sollte man natürlich genau überlegen, ob es Sinn macht eine neue Katze dazu zu holen.

Im Allgemeinen gilt folgendes: Eine gleich alte oder etwas jüngere neue Katze wird meistens eher akzeptiert als eine ältere. Hat man jedoch eine sehr alte Katze und möchte dann lieber eine junge Katze aufnehmen, sollte man unbedingt darüber nachdenken eher gleich zwei junge Katzen aufzunehmen. Die alte Katze kann sonst sehr schnell mit nur einer jungen Katze, die natürlich noch raufen und spielen möchte, überfordert sein. Ältere Katzen brauchen nun mal sehr viel Ruhe und Schlaf. Junge Katzen dagegen toben herum und ärgern auch gerne Artgenossen. Nimmt man also zwei junge Fellnasen, können diese miteinander spielen und toben und die alte Katze kann sich entweder zurückziehen oder aber auch zusehen. Viele alte Katzen mögen das, denn dadurch haben auch sie etwas Abwechslung.

Wichtig ist natürlich auch, dass man die alteingesessene Katze keinesfalls vernachlässigt. Auch wenn man ein junges Kätzchen als Neuzugang hat sollte man dies unbedingt beachten. Natürlich sind junge Fellnasen einfach nur süß und laufen einem meist ständig hinterher und wollen spielen und toben. Deswegen ist es hier wichtig die richtige Balance zu finden, dass alle zu ihrem Recht kommen. Denn auch keinesfalls sollte man die neue Katze links liegen lassen. Diese ist schließlich in einer fremden Umgebung und soll sich an ihre neuen Dosis gewöhnen. Andererseits könnte die alte Katze eifersüchtig reagieren und protestieren (z. B. durch Unsauberkeit) wenn sie weniger beachtet wird. Am besten beschäftigt man sich dann entweder ganz intensiv mit einer der beiden, wenn den andere gerade schläft (oder bei Freigängern, wenn die alte Katze draußen unterwegs ist) oder aber am besten sogar mit beiden zusammen. Wie man die Zusammenführung dann genau macht, da scheiden sich die Geister. Manche lassen die neue Katze sofort zu der oder den vorhandenen, die anderen bringen sie erst in getrennten Räumen unter und dann langsam zusammen. Das muss jeder selbst entscheiden.

Ich persönlich habe bei meinen beiden Zusammenführungen die Erfahrung gemacht, dass es besser war die jeweils neue Katze mehr oder weniger direkt einzugliedern und selbst so zu tun, als wäre alles wie immer. Ist man selbst nämlich angespannt, überträgt sich das auch auf die Katzen. Man sollte aber grundsätzlich der neuen Katzen immer die Möglichkeit geben, sich wenigstens in der ersten halben Stunde die neue Umgebung etwas anzusehen. Wo steht das Katzenklo und Futternäpfe und wo kann sie sich zurückziehen. Erst dann kann man die alteingesessene Katze dazulassen.

Eine räumliche Trennung kann aber auch manchmal sinnvoll sein. Zum Beispiel wenn die neue Katze sehr sehr scheu oder ängstlich ist. Oft ist es dann besser, wenn sie erst einen eigenen Raum hat, in dem man sich mit ihr beschäftigt und in dem sie sich sicher fühlt. Dann fasst sie auch irgendwann Vertrauen zum Menschen. Man kann auch in dieser Zeit schon mal Decken, Kissen oder Kuschelhöhlen mit denen der anderen Katzen tauschen, so dass beide bereits den Geruch des anderen erschnüffeln können.

Alles in allem braucht man bei einer Zusammenführung von Katzen einfach etwas Geduld, denn in der Regel wird die neue Katze nicht sofort akzeptiert und es gibt erstmal tagelang Gefauche, Geknurre und durchaus auch mal den ein oder anderen Kampf.

Am allerwichtigsten ist, dass man selbst bei allem immer die Ruhe bewahrt. Es ist auch sinnvoll, dass sich am gewohnten Tagesablauf – abgesehen davon, dass eine neue Katze da ist – möglichst wenig ändert. Man sollte die Fellnasen auch wirklich nur trennen, wenn es entweder zu ernsthaften Verletzungen kommt bei denen Blut fließt oder eine von beiden so eingeschüchtert ist, dass sie sich beispielsweise nicht mehr an den Futternapf oder das Katzenklo traut. Daher empfiehlt sich oft, dass man zumindest in der Eingewöhnungszeit zwei oder mehrere Katzenklos an unterschiedlichen Stellen aufbaut. Denn es kommt immer wieder mal vor, dass eine (meistens die alteingesessene) Katze der anderen den Zugang zum Katzenklo blockiert bzw. davor lauert, um die andere zu verprügeln, sobald diese das Klo benutzen möchte.

Diese „Zoff-Phase“ kann übrigens durchaus 1-4 Wochen dauern. Meist ist dann aber bereits Besserung in Sicht oder es hat sich sogar schon Freundschaft entwickelt. Es kann aber auch sein, dass sich manche Katzen noch nach einigen Monaten anfauchen, sobald sie sich zu nahe kommen, Mehr als Fauchen sollte aber nach einem Monat nicht mehr passieren. Werden die Kämpfe eher mehr als weniger oder zieht sich eine Katze aus Angst ganz zurück nach einiger Zeit, hat es vermutlich keinen Sinn mit der Zusammenführung und es ist besser für alle, wenn die zuletzt hinzugekommene Katze ein neues Zuhause bekommt.

Ist man in diesem Fall jedoch nicht einsichtig und versucht weiter, trotz offentlichter Abneigung beider Katzen, diese weiterhin zusammen zu führen, kann es passieren, das seine der Katzen krank oder unsauber wird, auswandert oder irgendwelche andere Marotten entwickelt.

Hat man bereits 2 Katzen die sich sehr gut verstehen, ist es übrigens meistens nicht sinnvoll eine dritte dazu zu nehmen, denn diese kann schnell das „5. Rad am Wagen“ sein und wird unter Umständen sogar von den beiden anderen zusammen gemobbt. Ausnahmen bestätigen aber natürlich auch hier die Regel ;) Sinnvoller ist es ansonsten, dann auch hier gleich 2 weitere Katzen aufzunehmen (also hat man dann insgesamt 4), die sich im Idealfall sogar ebenfalls schon kennen und verstehen.


Als Buchtip zu dem Thema kann ich noch folgendes empfehlen: „Aller guten Katzen sind...? Der Mehrkatzen-Haushalt“ von Sabine Schroll (kostet bei Amazon ca. 10 EUR)

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