Erziehungsmethoden
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Auch wenn Katzen als eigenwillig und stur gelten, so sind sie doch sehr sensibel. Sie mögen leise Töne, dezentes Verhalten und können Stimmungsschwankungen ihrer Besitzer sehr genau wahrnehmen. Sie verstehen auch die kleinsten Signale und merken meist durchaus, wann genau uns ihr Verhalten nicht gefällt (ausgenommen hiervon sind natürlich junge, unerfahrene Katzen, denn die müssen das Zusammenleben mit Menschen erst lernen). Es gibt jedoch auch verschiedenen Erziehungsmethoden, die auch durchaus für empfindliche Katzen geeignet sind. Welche davon die richtige und am besten geeignete ist, muss man ausprobieren.
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Verbale Anweisungen und Kommandos
Grundsätzlich sollte beim Sprechen mit einer Katze die Stimme ruhig und vertrauenserweckend klingen. Denn nur Fellnasen, die ihren Dosis vertrauen, sind auch bereit auf deren Anweisungen zu hören. Verstößt die Katze dann jedoch gegen Regeln des Zusammenlebens, mahnt man sie kurz und deutlich, z. B. durch ein klares „Nein!“ Der Erfolg von verbalen Anweisungen hängt jedoch vor allem von der Konsequenz des Menschen ab: Verbietet man z. B. seiner Katze an einem Tag am Tisch zu betteln um sie dann am darauf folgenden Tag vom Tisch zu füttern, brauch man sich nicht wundern, wenn dass ausgesprochene „Nein!“ bei Stubentiger auf taube Ohren stößt. Man sollte also immer und immer wieder konsequent die gleichen Dinge verbieten und keine Ausnahmen dulden. Das gleiche gilt auch für verbale Kommandos. Verwendet man erstmal bestimmte wie „Nein!“, „Runter!“, „Raus!“ usw., sollte man diese auch konsequent beibehalten. Denn hier hilft der Wiedererkennungswert der Katze die Befehle auch zu verstehen. Außerdem ist es natürlich vorteilhaft, wenn die Katze auf seinen Namen hört. Dann kann man die Katze nämlich zusätzlich zum entsprechenden Befehl auch mit Namen ansprechen und dem Befehl durch einen leicht drohenden Unterton Nachdruck verleihen.
Ein kleiner Klaps mit der Zeitung kann nicht schaden
Jetzt kann es also trotzdem sein, dass ihre Katze besonders eigensinnig ist und auch nach mehrfachem drohenden Kommentar nicht reagiert. Dann muss man tatsächlich zu „härteren Maßnahmen“ greifen. Zum Beispiel mit einer zusammengerollten Zeitung. Voraussetzung für solche Maßnahmen ist natürlich, dass man sie gefühlvoll und vor allem eher symbolisch einsetzt. Zuerst hält man sie gut sichtbar in die Luft und wiederholt den Befehl. Wenn das nicht wirkt sollte man sich der Katze nähern und ein wenig mit der Zeitung „fuchteln“. Reagiert die Fellnase dann noch immer nicht, kann man ihr mit der Zeitung ruhig einen leichten Klaps auf den Hintern versetzen und sie so z. B. vom Tisch scheuchen. Sicherlich gibt es auch Katzen, die sich selbst davon nicht beeindrucken lassen. Das darf aber keineswegs dazu verleiten, kräftiger zuzuschlagen!! Wenn also ein leichter Klaps nicht bewirkt, sollte man die Katze mit einem deutlichen Kommando einfach z. B. vom Tisch heben und auf den Boden setzen. Das muss man natürlich konsequent wiederholen, wenn der Stubentiger das immer wieder tut. Irgendwann wird es ihm lästig und er wird es lassen. Konsequenz der Dosis ist hier also gefragt!
Die Wasserpistole
So manchem Tierfreund sträubt sich beim Gedanken eine Wasserpistole einzusetzen sicher die Nackenhaare, aber gegen diese Methode ist eigentlich nichts einzusetzen, da keine Katze hierdurch zu Schaden kommt. Eher im Gegenteil: Der moderate Einsatz einer Wasserpistole kann helfen, dass man der Katze schlechte Angewohnheiten schnell abgewöhnen kann. Das sorgt dann natürlich für bessere Stimmung zwischen Dosi und Katze und letztendlich ist damit auch der Katze geholfen. Verwenden sollte man die Wasserpistole folgendermaßen: Man muss die Katze auf frischer Tat ertappen und sie am besten aus dem Hinterhalt mit den Wasserspritzern überraschen. Denn besonders wenn das Wasser völlig unerwartet kommt, reagieren viele Katzen total verdutzt. Meistens führt das Wasser dann dazu, dass die Katze die Flucht ergreift. Wiederholt man das Vorgehen also jedes Mal wenn die Katze erneut Blödsinn macht, wird sie ihr Verhalten sehr bald ändern. Dennoch sollte man auch bei der Methode mit der Wasserpistole einiges beachten: Der Wasserstrahl darf auf keinen Fall so hart sein, dass es der Katze weh tun würde. Außerdem darf man ihn niemals auf den empfindlichen Kopfbereich oder die Ohren richten, da man dort gesundheitliche Schäden verursachen kann. Außerdem sollte man die Wasserpistole nicht zur Gewohnheit werden lassen, denn die besten Erziehungsergebnisse erzielt man damit durch den Überraschungseffekt. Und dieser ist natürlich nicht mehr da, wenn man sie zu oft verwendet.
Aromastoffe
Im Haushalt gibt es immer Plätze, an denen eine Fellnase einfach nichts zu suchen hat, Sei es der Küchentisch, die gedeckte Tafel oder den heißen Herdplatten. Solange man vor Ort ist, ist das alles sehr leicht, aber sobald man die Wohnung verlässt, kann der Stubentiger ungestört auf eine ausgedehnte Entdeckungsreise gehen, die ganz sicher mehrere dieser „verbotenen Zonen“ beinhaltet. Katzen sind nun mal neugierig und vor allem Orte, die sie im Beisein ihrer Dosis nicht aufsuchen dürfen, sind natürlich besonders interessant. Doch wie soll man überwachen was eine Katze so anstellt, wenn man nicht da ist? Natürliche Aromastoffe haben sich hier als wunderbares Hilfsmittel erwiesen. Viele Katzen hassen den Geruch von säuerlichen Fruchtessenzen und meiden die Orte, die mit bestimmten Aromaölen beträufelt wurden. Da die Nase der Katze sehr sensibel ist, nehmen sie den Geruch des Öls viel deutlicher und länger wahr als wir. Manche Öle riechen sogar stundenlang und sorgen so dafür, dass Fellnase entsprechend lange vergrault wird. Vor allem Zitronen- und Orangenöle wirken bei den meisten Katzen. Erzielt man mit ihnen bei der eigenen Katze keinen Erfolg, sollte man durchaus noch andere zitrusartige Fruchtaromen testen. Die „Aromamethode“ ist eine sehr sanfte Erziehungsart, die auch gern bei unsauberen Katzen verwendet wird. Man träufelt Aromaöl an die Stelle, an die Mietze gerne markiert. Das überdeckt den trotz vorheriger gründlicher Reinigung den noch vorhandenen Uringeruch und verhindert dadurch, dass die Katze durch seine alte „Duftmarke“ zum erneuten Markieren inspiriert wird. Bevor man Aromaöle auf Teppiche, Bettdecken, Polsterbezüge oder andere Textilien träufelt, sollte man die an einer verdeckten Stelle testen und sehen, ob es Flecken verursacht.
Was man auf jeden Fall vermeiden sollte
Schlagen
Schläge und Handgreiflichkeiten sind für Katzen ein absolutes No-Go und beeinflussen ihr Verhalten nur noch negativer. Außerdem zerstören Schläge jegliches Vertrauen und bauen Angst gegenüber Menschen auf. Man schüchtert sie also vielmehr dadurch ein und quält sie seelisch oder man provoziert sogar durch Schläge eine stark übersteigerte Aggression, die dadurch resultiert, dass die Katze sich gegen seinen Schläger verzweifelt versucht zu wehren. Selbst ein einzelner Schlag mit der Hand kann schon großen Schaden anrichten, den die Katze niemals vergessen wird. Die Beziehung Mensch/Tier wird danach nie wieder die gleiche sein. Außerdem wird durch Schläge oder Handgreiflichkeiten das erzieherische Ziel absolut verfehlt. Eher das Gegenteil tritt sogar ein: Katzen, die groben Behandlungen ausgesetzt sind, reagieren oft mit ausgeprägtem Protestverhalten wie Kratzen, Beißen, Unsauberkeit und andere Verhaltensstörungen.
Schreien
Auch auf lautes Schreien sollte man bei der Erziehung seiner Fellnasen verzichten. Sie verabscheuen es nämlich angebrüllt zu werden und reagieren meist ohnehin nicht auf lautes Gebrüll. Sicherlich heißt das nicht, dass man seiner Katze gegenüber niemals einen scharfen Ton anschlagen darf: Ein deutliches „Nein!“ kann recht überzeugend sein und wahre Wunder bewirken, wenn man es im richtigen Moment einsetzt. Allerdings dürfen solche verbalen Kommandos keinesfalls übertrieben werden. Lautes Geschrei versetzt nämlich viele Katzen in große Angst und kann genauso wie Schläge und Handgreiflichkeiten dazu beitragen, dass aus einer ausgeglichenen Katze ein verängstigter und argwöhnischer Stubentiger wird, der zu seinem Dosi kein Vertrauen mehr hat.
Einsperren
Man sollte ebenfalls darauf verzichten, seine Katze einzusperren, wenn sie sich unerwünscht verhalten hat. Sie würde nämlich das Wegsperren einfach nicht verstehen und schon gar nicht mit ihrem schlechten Verhalten in Verbindung bringen. Denn eine Erziehungsmaßnahme muss grundsätzlich immer direkt im Moment der Handlung und nicht erst Minuten später erfolgen.
